Therapie des Lipödems

Ziel der Ödembehandlung ist eine Verminderung des interstitiellen Flüssigkeitsvolumens, das zu reversiblen orthostatischen Ödemen und zu Beschwerden führt.

Übersicht

Konservative Behandlung

Beim Lipödem bewirkt die KPE, bestehend aus Manueller Lymphdrainage, Kompression und Entstauungsgymnastik, eine Abnahme der krankheits-typischen Wassereinlagerungen. Es kommt zur Umfangsverminderung an den behandelten Beinen und Armen mit Beseitigung der ödembedingten Druck-, Spannungs- und Berührungsschmerzen. Durch konsequentes Tragen von Kompressionsstrümpfen und regelmäßig durchgeführte Lymphdrainagen können die Extremitäten weitestgehend ödem- und schmerzfrei gehalten werden. 

Manuelle Lymphdrainage

Von der manuellen Lymphdrainage ist bekannt, dass der Lymphtransport durch Anregung der Lymphangiomotorik gesteigert wird und dadurch ein Langzeiteffekt mit nachhaltiger Reduktion des Ödemvolumens im Gewebe entsteht. Nach den Heilmittelrichtlinien von 7/04  ist die ärztliche Verordnung von manueller Lymphdrainage zu Lasten der Krankenkassen nur bei nachweisbarer Lymphabflussstörung möglich. Damit sind Lipödempatienten von dieser Therapie ausgeschlossen. Eine alternative Behandlung stellt dann nur die IPK dar. Ist ein Lip-Lymphödem klinisch oder lymphszintigraphisch vorhanden, kann die manuelle Lymphdrainage verordnet werden.

Kompressionstherapie

Bei normaler Funktion der Lymphgefäße und der Venen sind eine Kompressionsbehandlung mit Strümpfen und einer zusätzlichen Anregung der Lymphdrainage durch die Bewegung in der Kompression ausreichend, um ödembedingte Beschwerden erfolgreich zu behandeln. Das konsequente Tragen von Kompressionsstrümpfen ist entscheidend für den Langzeiterfolg. 

Bei der Anfertigung der Strümpfe muss beachtet werden, dass für ein Lipödem eine durch die ungleichmäßigen Fettansammlungen abweichende Kör-perform charakteristisch ist. Um eine genaue Passform der Bestrumpfung zu erreichen, ist die Anfertigung nach individuellen Körpermaßen notwendig. Weichen die Umfänge nicht zu stark vom Normalmaß ab und liegt ein geringgradiges Lipödem vor, kann eine Rundstrickware gewählt werden. Bei schwergradigen Lipödemen und extremen Umfängen ist eine Nahtware notwendig. Bei der Kompressionsstärke, die von der Kl. I (schwache Kompression) bis Kl. IV (stärkste Kompression) reicht, sind die Lipödempatienten in der Regel mit der Kl. II gut versorgt. Bei starken Ödemen und bei Lip-Lymphödemen ist die Kl. III notwendig. 

Intermittierende Pneumatische Kompression (IPK)

Reicht die Kompressionstherapie nicht aus und sind trotzdem Ödembeschwerden vorhanden, weil berufsbedingt eine überwiegend sitzende Tätigkeit ausgeübt wird, oder besteht infolge Begleitkrankheiten eine Immobilität, ist die Verordnung weiterer ödemreduzierender Maßnahmen notwendig. Dazu ist in den Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Phlebologie zur Lipödembehandlung die intermittierende pneumatische Kompression (IPK) genannt, die der ursprünglich so bezeichneten apparativen intermittierenden Kompressionstherapie (AIK) entspricht. 

Bei der intermittierenden pneumatischen Kompression werden pneumatische Manschetten mit mehre-ren Luftkammern an der Ödemextremität angelegt und mit einem bestimmten Druck in einer vorge-gebenen Zeitdauer und Reihenfolge aufgepumpt. Dadurch wird der venöse Durchfluss beschleunigt. Ob auch ein stimulierender Einfluss auf die Lymphgefäßaktivität ausgeübt wird, ist bisher nicht geklärt. Im Gegensatz zur manuellen Lymphdrainage scheint die IPK nur in der Anwendungsphase Flüssigkeit im Gewebe zu verschieben.

Wenn auch die Wirkungsweise der IPK auf die einzelnen Komponenten der Mikrozirkulation und des Lymphtransports noch nicht wissenschaftlich fundiert ist, gibt es jedoch keinen Zweifel an der Ödemreduktion durch dieses Heilmittel. Aus diesem Grunde ist die IPK als Therapiemethode in die Leitlinien zur Behandlung der Lipödeme aufgenommen worden. Vergleichende Studien zwischen dem Therapieeffekt der manuellen Lymphdrainage und der intermittierenden pneumatischen Kompressionstherapie beim Lipödem sind in unserer Klinik gemacht worden. Der Erfolg von 2x täglicher manueller Lymphdrainage im Vergleich zu 1x täglicher Behandlung kombiniert mit  der IPK war gleich.

Eine Kombination von manueller Lymphdrainage und intermittierender pneumatischer Kompression beim Lip-Lymphödem ist nur sinnvoll, wenn es sich um schwergradige Ödeme handelt, die allein mit Manueller Lymphdrainage und Kompressionstherapie nicht ausreichend therapiert werden können. Beim Einsatz der IPK ist die Akzeptanz durch den Patienten wichtig, die Durchführbarkeit durch erlernte Handhabung des Gerätes und die regelmäßige ärztliche Kontrolle.

Liposuktion ( Fettabsaugung)

Die chirurgische Therapie des Lipödems erfolgt durch eine lipödemspezifische Fettabsaugung (Liposuktion). Gemäß den aktuellen Behandlungsleitlinien sowie dem Expertenkonsens sollte die Liposuktion bei Lipödem bereits in den frühen Stadien erfolgen und nicht erst wie von den Krankenkassen zu Kostenübernahme geforderten Endstadium (Stadium 3).

Durch frühzeitige chirurgische Dekompression verringern wir die sogenannte "Hochvolumen-Insuffizienz" und somit eines Lipo-Lymphödems und damit verbundenen lebenslangem Tragen von Kompressionswäsche. Natürlich werden die Patienten auch vom Gewicht und der Last der schweren Beine befreit und es eröffnen sich ganz neue Möglichkeiten zur Bewegung und Sport.

Auf der Internetseite des lipödemportals finden sich eine ganze Reihe von Spezialisten für die Liposuktion:

http://www.lipoedemportal.de/lipoedem-liposuktion-spezialisten.htm

Der lipo.care Partner der Feldbergklinik in St. Blasien Herr Dr. Hübner aus Konstanz schreibt hierzu:

Bei der Liposuktion wird auf die innovative wasserstrahlassistierte Liposuktion, da wir folgende Vorteile feststellen können: 

  • Die Liposuktion ist in örtlicher Betäubung möglich. Die Narkose oder der Dämmerschlaf kann vermieden werden. Sie sind während und nach der Operation bei vollem Bewusstsein und direkt mobil.
  • Es erfolgt keine Prallfüllung des Gewebes mit Flüssigkeit und die Einwirkzeit der Medikamente entfällt
  • Dadurch ist das Risikos der Tumeszenz-Lösung Medikamente verringert
  • Diese Liposuktionsmethode ist auch bei Hochvolumenliposuktionen über 4000 ml pro Eingriff sicher.
  • Die wasserstrahlassistierte Liposuktoin ist gewebeschonend
  • Es findet sich eine signifikante Reduktion der postoperativen Schmerzen
  • Gegenüber der herkömmlichen Liposuktion haben die operierten Patienten eine kürzere postoperative Erholungszeit und eine verminderte Schwellneigung
  • Das Verfahren ist sehr sicher mit einer Komplikationsrate von 1-2%
  • Die Eingriffe werden von langjährige erfahrenen und hochspezialisierten Fachärzten durchgeführt, so die Patientensicherheit auf allerhöchstem Niveau garantiert werden kann.

Eindrücke aus dem 
lipo.care Programm

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OP-Raum in Konstanz

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Ergebnis nach 2,5 Stunden OP

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Kompressionsbandagierung
direkt nach der OP

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Eine zufriedene Teilnehmerin

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