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BEHANDLUNGSKONZEPT UND INDIKATIONEN

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Behandlungskonzept der Asdonk-Kliniken

1. Kombinierte Physikalische Entstauungstherapie (KPE) nach Asdonk

Asdonk-Standard

1.
  2 x tgl. Manuelle Lymphdrainage, in Abhängigkeit vom Schweregrad der Erkrankung 30-60 Min.
2.
  Kompressionsbandagierung der Ödemextremität, täglich, auch am Wochenende und bei Indikation auch nachts
3.
  Tägliche entstauende Gymnastik und Bewegungstherapie in der Kompressionsbandage

Kombination mit der apparativen intermittierenden Kompressionstherapie (AIK) mit einem 12-Kammer Kompressionsgerät in Abhängigkeit vom Krankheitsbild

Bestimmung des Schweregrades des Ödems und Dokumentation des Verlaufes und des Behandlungserfolges durch Volumenbestimmung der Ödemextremitäten.

Die Ödemdiagnose, das Ödemstadium und der Ödemgrad werden nach den Richtlinien der "Deutschen Gesellschaft für Lymphologie" erstellt (LymphForsch 4 (1) 2000; 31-33).

2. Adipositasbehandlung

Durch Gewichtszunahme wird jede Ödemkrankheit ungünstig beeinflusst. Durch eine Adipositas werden alle Ödemkrankheiten verstärkt, insbesondere Lipödeme und Lymphödeme. Eine extreme Adipositas kann sogar ein Lymphödem hervorrufen, das Adipositas-Lymphödem.

Aus diesen Gründen ist bei jeder Ödemkrankheit, die mit einer Adipositas einhergeht, eine langfristig wirksame Gewichtsreduktion notwendig. Die Behandlung der Adipositas ist deshalb seit Jahren ein fester Bestandteil unseres Therapiekonzeptes.

Adipositasprogramm

Ernährung
• Fettnormalisierte- und kalorienreduzierte Kost, um eine negative Energiebilanz zu erzielen.
• 3-Tage Eiweißdiät zur Einleitung einer schnelleren Gewichtsabnahme
• Ernährungsberatung und Schulung.

Aufklärung
• Psychotherapeutische Einzelberatung
• Psychotherapeutisches Gruppengespräch über Essverhalten

Trainingsprogramm
• Adipositasgymnastik
• Gerätetraining mit Pulskontrolle zur Gewichtsreduktion

3. Strukturiertes medizinisches Schulungsprogramm

Themen:
• Entstehung, Verlauf und Komplikationen der Ödemkrankheiten.
• Verhaltensregeln für den richtigen Umgang mit der Ödemkrankheit im Alltag und
• Verhaltensregeln zur Verhinderung einer Ödemverschlechterung.
• Aufklärung über die Notwendigkeit, Kompressionsstrümpfe konsequent zu tragen und
• Informationen über den Umgang und die Pflege der Strümpfe.
• Seminar für Frauen nach Brustkrebs.
• Seminar über Bewegung und körperliches Training.
• Seminar zur aktiven Förderung der Gesundheit

4. Weitere Physikalische Maßnahmen

Gruppentherapie
Wirbelsäulengymnastik, Wassergymnastik, Beckenbodengymnastik, Atemgymnastik, Schongymnastik in der Hocker und Gelenkgruppe für stark behinderte Patienten.

Einzeltherapie
Elektrotherapie, Massagen, Einzelkrankengymnastik, Ultraschallbehandlung.

Begleitende Behandlungsmaßnahmen beim Lymphödem
• Manuelle Fibroselockerung
• Ultraschallbehandlung zur Fibroselockerung
• Mechanische Fibroselockerung durch Medisana-Gerät
• Kinesiotape der Ödemextremität zur Anregung des Lymphabflusses
• Hivatmatbehandlung (Vibrationsmassage)

5. Klinische Psychologie

• Einzelberatung mit der Psychologin
• Autogenes Training
• Progressive Muskelentspannung nach Jacobson
• Seminar Stress und Stressbewältigung

6. Sozial- und Berufsberatung

• Gespräch mit dem Rehaberater zur Arbeitsplatzgestaltung, zu Problemen der finanziellen Sicherung, zu Fragen der speziellen Rehabilitation und zu Problemen im häuslichen Bereich.
• Anträge auf Leistung zur Teilhabe am Arbeitsleben können gestellt werden.
• Feststellung und Einleitung einer stufenweisen Wiedereingliederung.

7. Hilfsmittelversorgung zur Entlassung

• Anmessung und Versorgung mit Kompressionsstrümpfen nach Maß.
• Kontrolle der Kompressionsstrümpfe auf Passgenauigkeit und guten Sitz
• Versorgung mit Therapieschuhen.
• Verordnung von Kompressionsgeräten zur intermittierenden apparativen Kompressionstherapie (AIK) mit Arm-, Bein-, Hosen- oder Jackenmanschette nach erfolgreichem Test des Einsatzes während des Klinikaufenthaltes.

 

Indikationen für eine stationäre lymphologische Behandlung

1. Lymphödem

Primäres Lymphödem
Durch eineEntwicklungsstörung des Lymphgefäßsystems und/oder der Lymphknoten in der Embryonalphase bedingtes Lymphödem.

Sekundäres Lymphödem
Folge einer erworbenen Störung des Lymphtransportes.
Schäden an Lymphgefäßen und/oder Lymphknoten durch diagnostische und therapeutische ärztliche Maßnahmen

Postoperatives Lymphödem
• Nach Lymphknotenentfernung, meist im Zusammenhang mit einer Krebsbehandlung
  (häufigste Ursache).
• Nach Verletzung im Bereich großer Lymphgefäßbündelungen, besonders an der
  Beininnenseite (z. B. nach Venenentnahme für koronare Bypassoperationen),
  Meniskusoperationen, Gefäßrekonstruktionen, Komplikation nach Arterienpunktion in der
  Leiste.

Postradiogenes Lymphödem
Lymphödeme durch Bestrahlung der zum Primärtumor gehörenden Lymphabflussgebiete in der Achsel, der Leiste und im Bauch- und Beckenbereich. Arm- und Beinlymphödeme durch Bestrahlung.

Posttraumatisches Lymphödem
Lymphödeme als Folge von Gewebsquetschungen und Gewebszerreissungen, offenen Frakturen, Verbrennungen, Verätzungen oder Schnittverletzung.

Postentzündliches Lymphödem
Folge einer Lymphgefäß- oder Lymphknotenentzündung nach Gewebeverletzung und/oder Weichteilinfektion (meist nach schwerer Erysipelinfektion) oder nach einer Filariose (überwiegend in tropischen Gebieten).

Artefizielles Lymphödem
Folge einer Selbstschädigung, meist durch Strangulieren einer Extremität.

Malignes Lymphödem
Folge des Wachstums eines malignen Tumors oder seiner Metastasen mit Blockierung des Lymphabflusses.

2. Phleb-Lymphödem
Lymphabflussstörung als Folge eines chronischen Venenleidens (chronisch-venöse Insuffizienz – CVI). Ursache kann eine Thrombose oder ein ausgeprägtes, anlagebedingtes Krampfaderleiden sein mit Störung der Klappenfunktion. Komplizierend können Ulzera entstehen, die durch eine erfolgreiche Lymphödembehandlung in Kombination mit speziellen Wundauflagen sehr erfolgreich behandelt werden können.

3. Lipödem
Eine fast ausschließlich bei Frauen vorkommende chronische, meist fortschreitende und mit Beschwerden einhergehende Erkrankung. Sie ist gekennzeichnet durch eine symmetrische Vermehrung des Unterhautfettgewebes ausschließlich an den Extremitäten mit orthostatischer Ödembildung. Besonders betroffen sind die Beine, weniger häufig die Arme. Dieses Krankheitsbild ist von einer Adipositas zu unterscheiden durch eine schlanke Taille. Oft liegt eine Kombination mit abdomineller Adipositas vor, die zu einer Vermehrung des Taillenumfanges über 80 cm führt und am Taillenumfang diagnostiziert werden kann.

4. Lip-Lymphödem
Es entsteht aus einem Lipödem durch sekundäre Lymphabflussstörung an den Beinen.

5. Adipositas-Lymphödem
Es ist ausschließlich Folge einer schwergradigen Adipositas als Folge falscher Ernährung und zu wenig Bewegung. Der BMI liegt in der Regel über 40 kg/m². Die Lymphödeme sind an den Beinen vorhanden bei ausgeprägter Fettschürze, kann auch ein Bauchhautlymphödem entstehen.

6. Inaktivitätslymphödem
Ödeme als Folge einer mangelnden Bewegung bei Lähmungserkrankungen wie z. B. Poliomyelitis oder Multipler Sklerose oder beim sog. arthrogenen Stauungssyndrom. In schweren Fällen kann auch ein Inaktivitätslymphödem entstehen.

7. Ödem bei sympathischer Reflexdystrophie (Morbus Sudeck)
Die manuelle Lymphdrainage ist ein Bestandteil eines Behandlungskonzeptes. Es kann die ödembedingten Spannungsbeschwerden reduzieren, die Schmerzen nehmen ab und die Gewebsversorgung wird verbessert.

8. Ischämisches Ödem
Ödeme als Folge einer Gefäßwandschädigung durch Sauerstoffmangel, z.Bsp. bei Arteriosklerose der großen arteriellen Gefäße (arterielle Verschlusskrankheit der Beine) oder der kleinen arteriellen Gefäße (bei Diabetes mellitus).

Einteilung der Lymphödeme nach Stadien

Latenzstadium:
Bekannte Schädigung des Lymphsystems ohne Ödem = Lymphödemgefährdung

Stadium 1:
Reversibles Lymphödem (spontan oder infolge Therapie). Keine Eiweißfibrose. Keine Gewebsveränderungen der Haut.

Stadium 2:
Manifestes Lymphödem. Subkutane Eiweißfibrose (an den Zehen als Stemmer'sches Zeichen bekannt). Leichte Hautveränderungen als Pachydermien, Hyperkeratose oder Papillomatose.
Das Stadium 2 entspricht dem typischen Lymphödem.

Stadium 3
Manifestes Lymphödem. Massive subkutane Eiweißfibrose. Schwere Hautveränderungen als Pachydermie, Hyperkeratose, Papillomatose, Nagelveränderungen, Lymphzysten, Lymphfisteln, Ekzeme, Ulzera, Interdigitalmykosen, häufige Erysipele und Angiosarkom.

Einteilung der Lymphödeme nach Schweregrad

Bei einseitigem Lymphödem kann das Volumenplus in Prozent gegenüber der gesunden Extremität angegeben werden.

bis 25% = geringes Ödem
bis 50% = mäßiges Ödem
bis 100% = starkes Ödem
bis 200% = massives Ödem
über 200% = gigantisches Ödem.

Bei beidseitigen Lymphödemen kann das Volumenplus nur geschätzt werden im Verhältnis zu einer fiktiven Normalextremität.

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